La Notte cs505

 

 

 

 

 

 

 

 

"Prolegomena for an initiatory listening" nennt der Drummer Francesco Cusa "Skrunch", FLAVIO ZANUTTINIs Capo bei The Assassins, seinen Alleingang La Notte (Creative Sources, cs 505 / Umland 15). Denn er sieht da die Klangwelt des Friauler Trompeters in Götterdämmerungsdüsternis getaucht und gar in die Urfinsternis des Urgötterpaars Kek- Keket aus der Achtheit von Hermopolis. Das ist natürlich zum Großteil Projektion, aber angestoßen durch Zanuttinis Stichworte 'Secrets' und 'Éveil' (Erleuchtung), für Cusa der Ausgang einer psychogeographischen Odyssee. Zanuttini scheint mit 'Doppelgänger' (verdoppelt in 'ME & me' und 'Bipede') eher Nietzsche zu variieren: "Abgerechnet nämlich, daß ich ein Geschöpf der Nacht bin, bin ich auch dessen Gegensatz." Mit 'Scelsi' als Leucht- turm. Oder schwarze Sonne. Erstaunlich ist, wie Zanuttini dann fauchend, stöhnend, ächzend, züllend, wie garrottiert oder Ventile sprengend quasi ganz allein den Bruit 4- Sound zustande bringt. Pressend wie eine Gebärende verdoppelt er sich mit Spaltklang und Obertönen in einen Dunklen und einen Strahlenden, einen Gequälten und einen Singenden. Abgerissene und gestauchte Kürzel, matt glänzender Zapfenstreich, kontra- basstiefes Grollen, zischend und ploppend querulierender Zweiklang und gequetschte Laute münden in Scelsi Namen in einem sonoren Halteton, der sich aufzackt zum Akkord und völlig spaltet. So wird, pressend und stoßend, der schrille Tonkern hörbar ('Nucleo') und zuletzt als dissonant-insistenter Dauerton seine eindringliche Strahlkraft. (bad alchemy)